Petition für das Versandverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel

Als es in den 70ern mit den Discountern losging, gab es für "Tante Emma" die Möglichkeit einer Onlinepetitionen noch nicht. "Tante Emma" ist heutzutage nur noch sehr selten anzutreffen und wenn, dann kocht sie auf kleinstmöglicher Flamme, denn zu mehr reicht es einfach nicht mehr, im Schatten von Lidl, Aldi und Co.

Im Moment sieht es so aus, als ob es unseren Apotheken bald ähnlich ergehen könnte, denn der Onlinehandel mit Medikamenten wird von großen Kapitalgesellschaften durchgeführt und finanziert. Ein gesunder 20-Jähriger wird nun evtl. sagen: "Ja und? Fressen und gefressen werden - dann müssen die Apotheken halt billiger werden, mehr Service bieten oder sonst irgendwelche kaufmännischen Kniffe anwenden"

Pustekuchen - das dürfen sie nämlich nicht. Obwohl Apotheken ein Bestandteil der freien Marktwirtschaft sind, werden sie gesetzlich gegängelt und in ihrer kaufmännischen Freiheit eingeengt, wie ein Patient in der Zwangsjacke. Sie DÜRFEN nicht so agieren, daß sie wettbewerbsfähig sein könnten, ja sie dürfen nicht einmal in einen "Wettbewerb" eintreten, denn die Preise sind ebenfalls gesetzlich geregelt, zumindest für verschreibungspflichtige Medikamente.

Wenn wir jetzt nicht einschreiten und hinter unseren Apotheken stehen wie eine Mauer, dann werden wir mit 60 Jahren wohl kaum noch ein Rezept nach dem Arztbesuch in der nächsten, wenige Schritte entfernten Apotheke einlösen können, sondern müssen warten, bis die Post das ersehnte Päckchen nach Tagen endlich liefert. Bis dahin pocht der schmerzende Zahn dann halt vor sich hin und die Nebenhöhle setzt sich immer mehr zu, weil das Antibiotikum noch nicht da ist.

Auch wenn solche Petitionen eher Glücksspielcharakter haben als daß sie ein wirksames demokratisches Werkzeug wären, so nutzt doch bitte, in unser Aller Interesse diese Möglichkeit, etwas zu bewegen und unterzeichnet auch diese Petition. Gemeinsam können wir es vielleicht schaffen, auch morgen noch, zuverlässig versorgt zu werden.

Der Pharmaziestudent Benedikt Bühler hat eine Petition gestartet, die die Regierung auffordert das im Koalitionsvertrag zugesagte Versandverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel endlich umzusetzen um die Ungerechtigkeit, die deutsche gegen ausländische Apotheken haben, aus der Welt zu schaffen.

Die Petition (Nr. 94089) finden Sie hier: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2019/_04/_24/Petition_94089.html
Wenn Sie nicht online mitmachen können oder wollen liegen bei uns in der Apotheke Listen oder Postkarten (auf Grund des Datenschutzes) aus. Den Datenschutzhinweis finden Sie unter http://www.benedikt-buehler.de/

Den obigen Text hat der Kunde einer Kollegin verfasst. Er darf im Zusammenhang mit Benedikt Bühlers Online Petition zum Rx Versandverbot gerne verwendet und geteilt werden. Vorzugsweise mit dem Link zur Petition gekoppelt...

Hintergrund

Im Oktober 2016 hat der Europäische Gerichtshof geurteilt, dass ausländische Versandapotheken sich nicht an die deutsche Arzneimittelpreisverordnung halten müssen und Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente geben dürfen. Wir deutschen Apotheken -egal ob Vor-Ort oder mit Versandeinheit- dürfen dies nicht und werden sofort bestraft, wenn wir auch nur ein Päckchen Taschentücher bei der Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments abgeben. Diese Auffassung hat der Bundesgerichtshof erst vor wenigen Wochen bestätigt.

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